Eine geeignete Verpackung für unsere Trockenfrüchte und Nüsse zu finden, stellt uns vor keine leichte Aufgabe. Wir haben uns intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Hier stellen wir euch die verschiedenen Möglichkeiten vor und begründen unsere Wahl.

Monoplastik

Obwohl nicht besonders sexy, ist es ökologisch und gesundheitlich zumindest bis jetzt eines der besten Produkte. Diese Aussage gilt natürlich nicht für jede Art von Plastik, jedoch für die hier vorgestellten Materialien:

LDPE, HDPE, OPP, CPP – Kunststoffe bieten folgende Vorteile:

  • Herstellung ohne Chemie und ohne Weichmacher
  • gesundheitlich unbedenklich
  • aufgrund seiner Beschaffenheit sehr gut zum Recycling geeignet
  • bei der Verbrennung in den Recyclinganlagen wird Energie gewonnen und es entstehen keine giftigen Gase

Trotzdem wird für die Herstellung von Plastik Erdöl verwendet und die Recyclingquote für dünne Plastiktüten ist sehr schlecht. Viel von unserem Plastikmüll wird letztlich ins Ausland verkauft um dort in Verbrennungsanlagen zu landen.

Beschichtete Standbodenbeutel

Ein moderner Trend ist es, Lebensmittelverpackungen zu benutzen die von außen wie recyceltes Papier aussehen. Diese Verpackungen dienen unserer Meinung nach der Täuschung des Verbrauchers.
Da Lebensmittel meist Luftdicht verpackt werden müssen enthalten die braunen Tüten im Inneren eine Alu- oder Kunststoffschicht. Dadurch verbrauchen sie in ihrer Produktion mehr Energie als reines Plastik und erschweren den Recyclingprozess.
Zum Glück sind die Tüten mittlerweile innen meist mit Plastik, statt mit Aluminium beschichtet.Da Aluminium in der Herstellung ein wahrer Energiefresser ist, ist die Plastikbeschichtung ein bisschen besser, als die Alubeschichtung und notwendig, um die Lebensmittel vor äußeren Einflüssen zu schützen.

Der Recyclingprozess von Verbundverpackungen:
Je nachdem, in welchem Müll sie entsorgt werden und aus welchem Material der Verbund besteht, bereiten sie unterschiedliche Schwierigkeiten:
– bei der Entsorgung über das Altpapier werden sie aussortiert, dem Restmüll zugeführt und verbrannt.
– bei der Entsorgung im gelben Sack bereiten sie Probleme, da sie nicht recyclingfähig sind aber von den Sortiermaschinen nur schwer erkannt werden.
– bei der Entsorgung über den Restmüll werden sie verbrannt.

Bioplastik

Bioplastik ist ein sehr kontroverses Thema. Um mehr darüber herauszufinden haben wir u.a. mit den betreibern des Dualen Systems, der Deutschen Umwelthilfe, Carmen E.V. und verschiedenen Zertifizierungsstellen gesprochen. Die Antworten sind jedoch sehr unterschiedlich.

Große Verwirrung stiftet hierbei vor allem die Werbung von einigen Herstellern mit der Kompostierbarkeit der Verpackungen aus Bioplastik. Das lässt sich sogar mit den beiden DIN Normen DIN EN 14995 und DIN EN 13432 „Industriell kompostierbar“ untermauern. Das Problem ist nur, dass die Norm eine Verweildauer in der Kompostieranlage von 90 Tagen (3 Monate) annimmt. In deutschen Kompostieranlagen wird dem Kompost jedoch nur 30 Tage, also 1 Monat, Zeit gegeben. Das hat – je nach Anlage – zur Folge, dass die Plastikschnipsel, die nach den 30 Tagen natürlich nicht kompostiert sind, mühsam aus dem Kompost sortiert werden müssen.

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) spricht sich gegen den Einsatz von Biokunststoffen aus:

Biologisch abbaubare Plastiktüten mit Anteilen nachwachsender Rohstoffe sind die schlechteste Einweg-Tütenvariante. Aus technischen Gründen bestehen biologisch abbaubare Plastiktüten häufig zu 70 Prozent aus Rohöl und nur zu 30 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Der Einsatz biologisch abbaubarer Kunststoffe kann fossile Rohstoffe nicht ersetzen. Gleichzeitig wirkt sich der aufwändige landwirtschaftliche Anbau von Energiepflanzen, die für die Herstellung biologisch abbaubarer Plastiktüten nötig sind, besonders negativ auf die Umwelt aus.

Hinzu kommt, dass biologisch abbaubare Plastiktüten aus der Haushaltssammlung nur eingeschränkt recyclingfähig sind und das Recycling herkömmlicher Kunststoffe behindern. Laut dem Umweltbundesamt ist die Kompostierung biologisch abbaubarer Plastiktüten der umweltschädlichste aller Entsorgungswege. Die Kompostierung einer PLA-Plastiktüte trägt weder zum Aufbau von Humus bei, noch werden pflanzenverfügbare Nährstoffe zur Verfügung gestellt.

Die Ökobilanz biologisch abbaubarer Tüten verschlechtert sich zusätzlich durch einen größeren Materialaufwand. Denn im Gegensatz zu rohölbasierten Tragetaschen, muss ihre Tütenfolie dickwandiger sein, um dieselbe Reißfestigkeit zu besitzen.

Carmen E.V. und Dincerto sprechen sich dagegen eher für die Verwendung von biologisch abbaubarem Plastik aus.

Auch wenn sie darüber einstimmen, dass das Kompostierbarkeitszeichen „Keimling“ und die DIN Normen zur industriellen Kompostierbarkeit Verwirrung stiften, sehen sie den Auftrag zur Aufklärung eher bei den Händlern und die Vorteile eines biologisch abbaubaren Kunststoffes überwiegen.

Hauptargumente sind hier zum einen die Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffen und zum anderen, dass der Kunststoff, sollte er in der Umwelt landen, irgendwann verrottet. Das geschieht allerdings nur unter für den Zersetzungsprozess günstigen Bedingungen (Feuchtigkeit, Mikroorganismen vorhanden und Temperatur ab 10°)

Außerdem unterstützt man bei der Wahl einer Kunststoffverpackung den Absatz und damit die weitere Forschung in diesem Gebiet und möglicherweise gibt es in Zukunft Biokunststoffe die tatsächlich industriell kompostierbar sind.

Papier

Bei einer Papierverpackung im Lebensmittelbereich ergibt sich die Schwierigkeit der ausreichenden Barriereeigenschaften gegenüber der Umwelt.

Somit dürfen Trockenfrüchte oder Nüsse nicht langfristig in Papierverpackungen gelagert werden, da diese nicht den entsprechenden, gesetzlich geforderten Barrieren standhalten. Das bedeutet, dass sie nach längerer Lagerung in Papierverpackungen nicht mehr so knackig sind und den Geschmack oder anderer in der Nähe gelagerter Dinge annimmt. Auch Chemikalien können durch das Papier hindurch an die Lebensmittel gelangen. Eine kurzfristige Aufbewahrung in Papiertüten unter entsprechender Lagerung ist jedoch in Ordnung.

Papier- und Zelluloseverpackungen, die aus nachhaltiger Forstwirtschaft, oder im besten Fall sogar aus Holzabfällen der normalen Papierproduktion bestehen, sind also eine gute Option. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Zelluloseverpackung entsprechende Barrieren besitzt und korrekt entsorgt wird – oder die Ware nur kurzzeitig in der Papierverpackung verbleibt.

Glas

Einwegglas wird vom Umweltbundesamt als eine der umweltschädlichsten Verpackungen eingestuft.  Der Grund ist der enorme Energieaufwand, der bei der Glasherstellung notwendig ist. Wird das Glas dann im Glascontainer entsorgt, fällt dieser Aufwand erneut an.

Anders sieht es bei Mehrweggläsern aus:

Mehrweggläser aus der Region gelten als eine der umweltfreundlichsten Verpackungen. Sie können bis zu 50 mal benutzt werden und haben damit eine bessere Recyclingrate als alle anderen Verpackungen. Reisen die Gläser weite Strecken fällt die Bilanz wieder schlechter aus. Mobilität ist einer der größten Risikofaktoren in Bezug auf den Umweltschutz.

Bei einem Onlinekauf ergibt sich noch das Problem des Verpackungsmaterials. Wenn ein Produkt im Glas verschickt wird, muss es besser gepolstert werden als eine Plastiktüte. Das Füllmaterial macht die positive Bilanz des Mehrwegglases leider wieder zunichte.

Verpackungsfrei und Mehrwegsysteme

Zu Beginn kommen Produkte aus dem Ausland in irgendeiner Art Verpackung beim Händler in Deutschland an. Jedes unverpackte Produkt hat sich somit schon in einer Verpackung befunden. Am Nachhaltigsten wäre es, das Produkt in dieser ursprünglichen Verpackung zu verkaufen und es nicht kleiner umzuverpacken. Das ist natürlich nicht immer möglich, da nicht jeder z.B. 11kg Cashews benötigt. Auch ist die Aufbewahrung nach einmaligem Anbruch schwierig. Das Nächstbeste wäre also die Ware einmal aus der Großpackung auszupacken und danach unverpackt anzubieten.

Es gäbe theoretisch die Möglichkeit, ein Mehrweg- Pfandsystem aufzubauen, bei dem die Ware ohne Umverpackung in einem Mehrwegbehälter verschickt wird. Das wird mit Geschäftskunden und Großpackungen teilweise so gemacht, für Endkunden ergeben sich daraus jedoch einige Schwierigkeiten.

Grundsätzlich sind verpackungsfreie Produkte schlechter gegen Umwelteinflüsse wie z.B. Schädlingsbefall, Druckstellen und dadurch Verderb, oder die weiter oben angesprochene MOSH Barriere geschützt. Deshalb entscheiden sich auch Umweltforscher, die sich mit dem Thema Verpackung beschäftigen, bei einigen Produkten zugunsten einer Verpackung. Der Verlust und die erneuten Herstellkosten sind einfach höher.

Mehrwegbehälter sind in der Herstellung deutlich aufwändiger und lohnen sich erst, wenn sie viele Male benutzt werden. Wenn die Mehrwegbehälter beim Kunden sind, müssen diese wieder an den Händler zurückgeschickt und dort gereinigt werden. Da der Reifenabrieb, der durch den Transport entsteht, deutlich mehr Mikroplastik verursacht als die Verpackungen selbst, ist eine Bewertung der Umwelteinflüsse schwierig. Wird chemisch gereinigt – umso mehr. Für Großpackungen mag es sich lohnen, bei kleinen Verpackungen leider (noch) nicht. 

Zusammenfassung

Wir haben uns intensiv mit dem Thema befasst und mit unterschiedlichen Personen der Branche gesprochen. Im Moment halten wir tatsächlich eine dünne Kunststoffverpackung für Trockenfrüchte am geeignetsten. Aktuell fällt unsere Entscheidung gegen Bioplastik. Vor allem, da die korrekte Entsorgung für Verbraucher verwirrend sein kann (da sie nicht kompostierbar sind in den gängigen Kompostieranlagen in Deutschland) und entsprechende Normen noch unzureichend sind. Wir beobachten die Entwicklung aber weiterhin und steigen gerne um, sobald sich etwas ändert.

Wir spielen mit dem Gedanken, in Zukunft Aufbewahrungsdosen anzubieten. Wir wollen dann den Käufer zwischen einer Papier- und einer Plastikverpackung wählen lassen. Papier wäre dann die Wahl für alle, die ihre Ware, sobald sie bei ihnen daheim angekommen ist, in eine Aufbewahrungsbox geben.

Wir bleiben am Ball, suchen weiter nach Lösungen und nehmen gerne Tipps entgegen!